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KONTAKT

Anja Ludwig
Hundephysiotherapeut
Pferdeosteopath
Tel: 02163 - 8997778
Mobil: 0176 - 84303496

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arthrotische Hüfte

Hundehüfte mit starker Arthrose an der Hüftgelenkpfanne.

Athrose

Arthrose ist eine degenerative Gelenkserkrankung, bei der geschädigter Knorpel abgebaut wird. An seiner Stelle entstehen an den Gelenkrändern Knochenanbauten (Osteophyten), die die Beweglichkeit des Gelenks zunehmend einschränken und Schmerzen verursachen.
Arthrose kann an nahezu allen Gelenken entstehen. Besonders betroffen sind jedoch Gelenke, die hohen Belastungen ausgesetzt sind wie die Schulter,- Ellbogen,- Hüft- und Kniegelenke.

Ursachen

Im Alter ist Arthrose eine altersbedingte Verschleißerscheinung des Knorpels.
Doch auch bereits bei jungen Tieren kann sich eine Arthrose aufgrund von Verletzungen, Wachstumsstörungen, Übergewicht, Fehlbelastung der Gliedmaßen und durch Schonhaltung bei Muskelverspannung entwickeln.

Symptome

Da Knorpel keine Nervenzellen besitzen, entwickelt sich die Arthrose zunächst unbemerkt.
Erst wenn das Knorpel umgebende Gewebe betroffen ist, verspürt das Tier Schmerzen. Diese treten meist zu Beginn der Bewegung bzw. nach Ruhephasen auf.
Der Hund bewegt sich zunächst steif, läuft sich dann aber ein. Bei nassem oder kaltem Wetter können die Schmerzen stärker sein. Bei fortschreitender Arthrose baut sich der Muskel durch die Schonhaltung ab. Das Tier mag sich immer weniger bewegen.
Schmerzhafte Bereiche können beleckt oder benagt werden.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt mittels Röntgen und ggf. Arthoskopie

Behandlung

Da Knorpel keine eigenen Blutgefäße besitzt, muss das Gelenk bewegt werden, um den Knorpel zu ernähren. Schonen der betroffenen Gliedmaße und Einstellen der Spaziergänge ist daher kontraproduktiv und führt zusätzlich zum Abbau der Muskeln.
Ziel der Behandlung ist eine Reduzierung der Schmerzen, das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten bzw. hinauszuzögern sowie der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit.

  • Schmerzmittel
  • Gewichtsreduzierung zur Entlastung der Gelenke
  • Chirurgische Maßnahmen (Entfernung der Osteophyten, Resektion eines Gelenkpartners, Endoprothese, Gelenkversteifung)
  • Zusatzfuttermittel
  • Physiotherapeutische Therapien

Da es sich bei Arthrose um einen degenerativen Prozess handelt, ist ein kontinuierliche physiotherapeutische Behandlung zur Verbesserung der Lebensqualität von großer Bedeutung.
Dabei stehen die Schmerzlinderung durch Massage, manuelle Therapie, Elektro- oder Lasertherapie sowie der Muskelaufbau und -erhalt durch Hydrotherapie (Unterwasserlaufband) im Vordergrund.

Hüftgelenkdysplasie

Bei der HD handelt es sich um eine angeborene Fehlentwicklung des Hüftgelenks wobei Hüftgelenkpfanne und Oberschenkelkopf nicht zueinander passen.
Die Hüftgelenkpfanne ist entweder zu flach oder der Oberschenkelkopf passt von seiner Größe und Form nicht in die Pfanne.
Da der Oberschenkelkopf dadurch nun locker in der Pfanne sitzt, reibt er bei Bewegung hin und her und kann sogar aus der Hüftpfanne herausgleiten (Luxieren). Das Heraus- und Hineingleiten des Oberschenkelkopfes ist sehr schmerzhaft, da die Gelenkkapsel dabei überdehnt wird.
Unbehandelt führt eine HD immer zur einer Coxarthrose.

hueftgelenk_mit_starker_arthrose_beim_hundDie Einteilung der Hüftgelenkdysplasie in verschiedene Schweregrade (A-E oder 0-5) gibt die Ausprägung der dysplastischen Veränderungen am Hüftgelenk wieder und erfolgt durch eine spezielle Winkelmessung nach Norberg.

Ursache

Grundsätzlich kann jeder Hund an HD erkranken. Besonders betroffen sind aber vor allem große, schwere Hunde sowie Schäferhunde, Rottweiler, Labradore und Retriever.
Aber auch bei Katzen wurde auf Routineröntgenbildern bei 25% eine HD bzw arthrotische Veränderungen an der Hüfte diagnostiziert. Aufgrund des geringeren Gewichts, das die Hüfte belastet, sind Schmerzen und Lahmheit bei der Katze aber nur selten zu beobachten.

Symptome

Bereits Junghunde ab dem 4. Lebensmonat können erste Anzeichen wie Bewegungsunlust und einen unrunden Gang zeigen. Weitere Symptome können sein:

  • Schwierigkeiten beim Aufstehen
  • Lahmheiten
  • Abbau der Oberschenkelmuskulatur
  • Kaninchenhoppeln beim Junghund
  • Schaukelgang bei älteren Hunden
  • Stolpern
  • Das Strecken der Hinterbeine nach Ruhe wird eingestellt oder nur vermindert gezeigt.

Diagnose

Da auch anfänglich symptomfreie Hunde bereits eine HD haben können, ist die Röntgenuntersuchung die einzig zuverlässige Methode.
Bei korrekter Lagerung der Hunde, die unter leichter Narkose erfolgen muss, ist im Röntgenbild sicher eine HD zu erkennen bzw. auszuschließen. Dies sollte bereits im Alter von 5-6 Monaten erfolgen. Denn je früher eine Veranlagung zur HD erkannt wird, desto größer sind die Möglichkeiten, durch gezielte Ernährung und Bewegung das Fortschreiten der Erkrankung hinauszuzögern.
Hierzu biete ich spezielle Beratungen und Vorträge an.

Therapie

Chirurgische Maßnahmen

  • TPO (Triple Pelvic Osteotonie)/ Becken(schwenk)osteotonie (DBO): Präventive Maßnahme bei Junghunden, um durch die Rotation (Stellungskorrektur) des Beckens eine anatomisch korrekte Überdachung des Oberschenkelkopfes zu erzielen und eine Arthose zu verhindern.
  • Kapselraffung (sofern noch keine Arthose vorliegt)
  • Pektineusmyektomie: Schmerzreduktion durch gezielte Entfernung oder Durchtrennung des M. pektineus sowie der Entfernung der Schmerz leitenden Fasern. Die Arthrose bleibt davon unbeeinflusst.
  • Femurkopfresektion: Entfernung des Oberschenkelkopfes. Geeignet bei Hunden unter 20kg. Mit Hilfe physiotherapeutischer Unterstützung bildet sich eine bindegewebige Verbindung zwischen Hüftpfanne und Oberschenkelknochen, die die Aufgabe des Oberschenkelkopfes übernimmt.
  • Hüftgelenkprothese: Implantat der Hüfte
  • Goldakupunktur

Physiotherapeutische Maßnahmen

  • Vor einer OP kann der Muskelaufbau präventiv gefördert werden, um den Halteapparat um das Hüftgelenk zu stärken.
  • Postoperativ kann durch Narbenbehandlung, Lymphdrainage und Dehnung die Heilung und Regeneration beschleunigt werden.
  • Schmerzlinderung durch Massage und Magnetfeldtherapie
  • Muskelaufbau durch Elektrotherapie und Unterwasserlaufband
  • Manuelle Therapie
  • Passives Bewegen der überlasteten Gelenke
  • Laserakupunktur
  • Thermotherapie

Das Ziel der physiotherapeutischen Behandlung liegt in der Reduzierung der Schmerzen, dem Erhalt bzw. der Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit sowie dem Muskelaufbau.

Ellbogengelenkdysplasie (ED)

Bei der Ellbogengelenksdysplasie handelt es sich um einen Krankheitskomplex im Bereich des Ellbogengelenks.
Unter der Bezeichnung ED werden verschiedene Entwicklungsstörungen im Bereich des Ellbogens zusammengefasst:

  • Osteochondrosis dissecans - OCD (Knorpelablösung am innen liegenden Rollhöcker des Oberarmknochens)
  • Isolierter Processus anconeus - IPA (Ablösung des Ellenbogenfortsatzes der Elle )
  • Fragmentierter Processus coronoideus - FPC (Fragmentierung des Processus coronoideus medialis/ Ablösung des innen liegenden Kronfortsatzes der Elle)

Grundsätzlich kann ED bei allen Rassen in Folge eines Traumas auftreten.
Am häufigsten sind jedoch große Rassen betroffen sowie alle Rassen, die eine genetische Veranlagung dazu haben wie z.B. Retriever, Deutscher Schäferhund, Rottweiler, Berner Sennenhund u.a.
Aber auch zu viel und zu energiereiches Futter (rasches Wachstum, Übergewicht), zu große Belastung (lange Spaziergänge, am Fahrrad laufen) können zur Entstehung der ED beitragen. Aufgrund des größeren Gewichtes sind Rüden häufiger betroffen als Hündinnen.

Bis die Erkrankung bemerkt wird, ist es in vielen Fällen zu irreparablen Schäden gekommen.
Das weitere Fortschreiten der Erkrankung und die Entstehung von Arthrose kann aber eingedämmt oder verhindert werden.

Stellen Sie daher Ihren Welpen oder Junghund sofort dem Tierarzt vor, wenn er beginnen sollte, zu lahmen.

Symptome

Die Symptome entwickeln sich während des großen Knochenwachstums im Alter zwischen 4-10 Monaten.
Anfänglich bewegt sich der Hund nur etwas "steif", besonders am Morgen bzw. am Anfang der Bewegung. Später beginnt er zunehmend zu Lahmen.
Die Krankheit kann sowohl auf beiden als auch nur auf einer Seite auftreten. Das betreffende Gelenk ist verdickt.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Röntgenaufnahmen beider Ellenbogen.

Prophylaxe

  • Achten Sie beim Kauf eines Welpen der gefährdeten Rassen darauf, dass beide Elternteile frei von ED sind.
  • Füttern Sie nicht zu energiereiches und/oder zu viel Futter. Je schneller der Welpe wächst, desto mehr Gewicht müssen die noch nicht fertig entwickelten Knochen und Gelenke tragen. Die Größe des Hundes ist genetisch festgelegt. Ein langsam wachsender Welpe bzw. Junghund erreicht seine endgültige Größe einfach etwas später.
  • Futterzusätze wie Vitamine, Mineralien und dabei besonders Kalzium brauchen und sollten bei einem gutem Welpen- bzw. Junghundefutter nicht zusätzlich gegeben werden.
  • Falls Sie vorhaben, Ihren Hund am Fahrrad zu führen oder mit ihm Joggen zu gehen, sollten Sie damit warten, bis Ihr Hund ein Jahr alt ist, bei besonders großen Rassen sogar noch etwas länger.
  • Auch anstrengende Spaziergänge, zu denen der junge Hund auch noch motiviert werden muss, sollten unterbleiben.

Therapie

Siehe bei den einzelnen Entwicklungsstörungen des Ellbogens

Isolierter Processus nncoeneus (IPA)

Der Processus ancoeneus ist ein dreieckiger Knochenfortsatz am oberen Ende des Ellbogens. Dieser Knochenfortsatz verbindet sich erst im Alter von 4-6 Monaten knöchern mit der Elle. Unterbleibt diese Verknöcherung spricht man von einem Isolierten Processus ancoeneus.

Ursache

  • Verzögertes Wachstum oder frühzeitiger Wachstumsstopp der Elle (Short-Ulna-Syndrom)
  • Übermäßige körperliche Aktivität
  • Überversorgung mit Calcium und Phosphor

Durch das Ausbleiben der Verknöcherung wird das Ellbogengelenk instabil. (Der Processus ancoeneus hat die Aufgabe den Oberarm bei Streckung des Gelenks zu führen.)
In einigen Fällen kann der Knochenfortsatz später bindegewebig mit der Elle verwachsen. Oftmals kommt es aber durch übermäßige Belastung zur Loslösung des Processus ancoeneus. Der nun frei im Gelenk liegende Knochenfortsatz führt zu Schmerzen und einer ausgeprägten Arthrose.

Symptome

In zwei Drittel aller Fälle tritt ein Isolierter Processus ancoeneus einseitig auf. Die zeitweise oder ständige Lahmheit fällt in diesem Fall schneller auf als bei einem beidseitigen Isolierten Processus ancoeneus, da sich der Hund hier steifer und insgesamt weniger bewegt.

Beim Stehen wird der Ellbogen an den Körper gezogen und die Vorderpfote gleichzeitig nach außen gedreht.
Der Unterarm wird beim Laufen seitlich nach vorne geführt.
Das Gelenk kann verdickt sein.
Beim Beugen des Gelenks ist ein Knirschen zu hören/spüren.

Diagnose

Die Absicherung der Diagnose erfolgt durch seitliche Röntgenaufnahmen beider Ellbogengelenke. Dazu sollte das Ellbogengelenk extrem gebeugt werden.

Therapie

Schulmedizininische Behandlung

Losgelöste Knochenstücke müssen chirurgisch entfernt werden, da sie ständig die Gelenkkapsel reizen. Die Entfernung des Processus ancoeneus führt zu einer Verbesserung der Beschwerden.
Aufgrund der Gelenkinstabilität durch den fehlenden Processus ancoeneus entwickelt sich aber mit der Zeit eine zunehmende Arthrose.

Sofern noch keine deutliche Arthrose vorliegt, kann der Knochenfortsatz angeschraubt werden, um den Processus ancoeneus zu erhalten. Die gleichzeitige Durchtrennung der Elle ermöglicht eine verbesserte Verwachsung des Processus ancoeneus. (Ist der Processus ancoeneus nach ca. 4 Monaten fest mit der Elle verwachsen, können die Schrauben wieder entfernt werden.)

Physiotherapie

Nach einer Operation ist Lymphdrainage, Laserbehandlung sowie eine Narbenbehandlung zur Beschleunigung der Wundheilung und Verkürzung der Rekonvaleszenz angezeigt.
Durch Massage können Schmerzen der überlasteten Strukturen gelindert werden.
Koordinations - und Gleichgewichtsschulung können zur Verbesserung des Gangbildes eingesetzt werden.
Nach der Wundheilung ist das Unterwasserlaufband zum schonenden Muskelaufbau zu empfehlen. 

Fragmentierter Processus Coronoideus (FPC)

Der Processus coronoideus ist ein Knochenfortsatz der an der Innenseite des Ellbogens liegt. Bricht dieser Fortsatz ab, spricht man von einem Fragmentiertem Processus coronoideus.

Ursachen

Das verzögerte Wachstum des Radius (Short-radius-syndrom) führt zu einer Stufenbildung in der Gelenkfläche und zu einer stärkeren Belastung der Elle. Die Durchblutung im Bereich des Processus coronoideus wird gestört. Anfangs entstehen Risse. Später erfolgt die Absprengung kleiner Knochenstücke.
Ein vollständiger Abriss des Processus coronoideus ist selten, kann aber vorkommen.

Symptome

Die Symptome variieren stark. Meist zeigt der Hund eine Lahmheit nach längerer Ruhe oder stärkerer Belastung. Die Unterarme werden nach innen gedreht.

Diagnose

Eine eindeutige Diagnose mittels Röntgenbild ist schwierig, da der Processus coronoideus von anderen Knochenstrukturen überlagert wird und muss über Sekundärveränderungen wie die Stufenbildung in der Gelenkfläche, Verdichtungen der Knochenstruktur, arthrotischen Veränderungen und einen ungleichmäßig breiten Gelenkspalt erfolgen.
Durch die Arthroskopische Untersuchung können sie einzelnen Gelenkstrukturen deutlicher untersucht werden.

Therapie

Der Fragmentierte Processus coronoideus muss chirurgisch entfernt werden, um Knorpelschäden, Entzündungsreaktionen und arthrotische Zubildungen zu reduzieren. Die Entfernung mittels Arthoskopie ist am wenigsten invasiv. Grundsätzlich ist die Aussicht auf die Widerherstellung der Gelenkfunktion um so schlechter, je länger die Erkrankung bereits andauert.

Physiotherapie

Nach einer Operation ist Lymphdrainage, Laserbehandlung sowie eine Narbenbehandlung zur Beschleunigung der Wundheilung und Verkürzung der Rekonvaleszenz angezeigt.
Durch Massage und passives Bewegen der überlasteten Strukturen können Schmerzen gelindert werden.
Stabilisierende Übungen können zur Verbesserung des Gangbildes eingesetzt werden.
Nach der Wundheilung ist das Unterwasserlaufband zum schonenden Muskelaufbau zu empfehlen.

Osteochondrosis Dissecans Humeri (OCD des Oberarms)

Als Osteochondrose wird eine Störung in der Umwandlung von Knorpel zu Knochen bezeichnet. Sie kann sowohl das Gelenk als auch die Wachstumsfugen betreffen.
Während des Wachstums werden Knorpelzellen zu Knochenzellen umgewandelt. Wenn sich nun die Knorpelzellen schneller teilen, als dass sie sich in Knochenzellen umwandeln, wird die Knorpelschicht immer dicker und in Folge dessen von der Gelenkschmiere immer schlechter ernährt.
Abgestorbene Knorpelzellen können sich ablösen und frei im Gelenk bewegen, was als Gelenkmaus (Arthrolith) bezeichnet wird. Je nach Lage und Größe können sich diese freien Knorpelstücke einklemmen und Schmerzen sowie verminderte Beweglichkeit im Gelenk verursachen.
Es können sich auch Risse im Gelenkknorpel bilden, sodass Gelenkschmiere zwischen Knorpel und Knochen eindringt. Das Gelenk verdickt. Die Entzündung führt zur vermehrten Bildung von Gelenkschmiere.
OCD kann auch an anderen Gelenken auftreten z.B. an Schultergelenk, Sprunggelenk oder Knie.

Symptome

Anfangs ist eine wiederkehrende Lahmheit, besonders nach Anstrengung zu beobachten.
Eingedrungene Gelenkschmiere führt zu einer Entzündung und Verdickung des Gelenks. Gehen und Laufen bereitet dem Hund dann immer größere Schmerzen.
Häufig zieht der Hund beim Stehen den Ellbogen an den Körper und dreht die Vorderpfote gleichzeitig nach außen. Beim Laufen wird der Unterarm seitlich nach vorne geführt. Schont der Hund den Vorderarm über einen längere Zeit bildet sich die Muskulatur in der betroffenen Region zurück.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Röntgenaufnahmen beider Ellenbogen. Veränderte Wachstumsfugen und abgelöste Knorpelschuppen sind auf dem Röntgenbild sichtbar.

Therapie (Schulmedizin/ Alternativ)

Ist die Entzündung noch im Anfangsstadium und keine freien Knorpelstückchen vorhanden reichen in manchen Fällen die Gabe von Entzündungshemmern, Bewegungseinschränkung und eventuell eine Diät zur Behandlung aus.
Abgelöste Knorpelstücke jedoch müssen chirurgisch oder per Arthroskopie entfernt werden. Je später die Operation erfolgt, desto größer ist die Gefahr, dass sich bereits eine Arthrose entwickelt hat.

Physiotherapie

Nach einer Operation ist Lymphdrainage, Laserbehandlung sowie eine Narbenbehandlung zur Beschleunigung der Wundheilung und Verkürzung der Rekonvaleszenz angezeigt.
Überlastete Strukturen können durch Massage und Muskeldehnung entspannt und Schmerzen gelindert werden.
Elektrotherapie, aktive Übungen sowie schonendes Training im Unterwasserlaufband kräftigen abgebaute Muskulatur.

Kreuzbandriss

Das Kniegelenk des Hundes wird durch das vordere und hintere Kreuzband stabilisiert. Die Gelenkfläche des Unterschenkels ist nach hinten abgeschrägt. Das vordere Kreuzband verhindert, dass die Oberschenkelrolle bei Bewegung nach hinten wegrutschen kann. KreuzbandZwei Seitenbänder verhindern ein seitliches Wegrutschen des Oberschenkels.
Spricht man von einem Kreuzbandriss, ist damit aber immer das vordere Kreuzband gemeint.
Neben den Bändern gibt es noch weitere Hilfsstrukturen, die das Knie stabilisieren: Die Gelenkkapsel, der innere und äußere Meniskus, die Kniescheibe mit dem Kniescheibenband sowie die das Kniegelenk umgebenden Muskeln.

Bei großen Hunden kann es bereits in jungen Jahren zu einem Kreuzbandriss kommen. Bei Zwerghunden tritt diese Erkrankung erst viel später auf. Oft tritt sie dann im Zusammenhang mit einer Patellaluxation zu Tage.
Besonders betroffen sind Boxer, Deutsche Dogge, Rottweiler und Retriever.

Ursache

Übergewicht führt zu einer erhöhen Abnutzung des Kreuzbandes und begünstigt daher einen Riss.
Ein Kreuzbandriss infolge eines Unfalls ist beim Hund in Gegensatz zum Menschen aber eher selten. Weitaus öfter kommt es zur Abnutzung des Kreuzbandes als normale Alterungserscheinung oder durch ständige Überbelastung. Es entstehen kleinste Faserrisse innerhalb des Bandes, die immer mehr zunehmen. Schließlich reißt das Band bei einer ganz normalen Bewegung des Hundes ("Bagatelltrauma").
Eine Abnutzung des vorderen Kreuzbandes tritt selten isoliert an nur einer Seite auf. Sehr häufig lassen sich zum Zeitpunkt des Kreuzbandriss auch bereits auf der anderen Seite erste Anzeichen eines Kreuzbandschadens feststellen.

Symptome

Ist das Kreuzband nur angerissen, ist die Lahmheit weniger deutlich ausgeprägt. Das Aufstehen bereitet dem Hund oft Mühe, nach einer kurzen Zeit läuft er sich aber ein. Erst nach längerer Belastung beginnt er wieder zu lahmen. Die Hilfsstrukturen sorgen vermehrt für die Stabilität des Kniegelenks. Der Hund scheint wieder gesund zu sein.

Reißt das Kreuzband dann vollständig, geht es dem Hund wieder deutlich schlechter. Ist auch der innere Meniskus verletzt, läuft der Hund schmerzbedingt auf drei Beinen. Manipulation und Strecken des Kniegelenks lösen starke Schmerzen aus.
Aufgrund der entstehenden Gelenkentzündung wird das Kniegelenk dick und der Hund streckt die betroffene Gliedmaße beim Sitzen seitlich weg.

Diagnose

Ein Kreuzbandriss kann durch verschiedene Untersuchungsmethoden diagnostiziert werden:

Sitztest

Durch die Entzündung und Schwellung kann der Hund das Knie nicht mehr vollständig beugen. Wenn er sich hinsetzt, streckt er daher das betroffene Knie seitlich weg.

Schubladentest

Bei einem Riss des vorderen Kreuzbands ist das Kniegelenk nicht mehr stabil. Das Schienbein kann gegenüber dem Oberschenkel nach vorn verschoben werden. Eventuell ist hierfür eine leichte Sedierung notwendig.

Ist der innere Meniskus gerissen, kann man beim Gehen das Umklappen des Meniskus (Meniskusklick) hören.

Ein Anriss des Kreuzbandes ist aufgrund der noch vorhandenen Stabilität des Kniegelenks deutlich schwieriger zu diagnostizieren. Hier muss eine seitliche Röntgenuntersuchung beider Knie erfolgen.
Bei knapp der Hälfte aller Hunde sind zu diesem Zeitpunkt bereits Anzeichen eines Kreuzbandrisses am anderen Knie erkennbar.

Therapie

Sowohl ein kompletter Riss als auch ein Anriss des vorderen Kreuzbandes sollten innerhalb einer Woche operiert werden, da es durch den (An)riss immer zu einer Gelenkentzündung und in Folge dessen zu einer Gelenkarthrose kommen wird.
Wird ein Anriss nicht oder erst spät bemerkt, ist, wenn das Band dann vollständig reißt, bereits eine deutliche Arthrose entstanden.
Durch das Hinauf- und Hinunterrutschen der Oberschenkelrolle auf der Gelenkfläche des Unterschenkels wird der an der Innenseite des Knie liegende Meniskus zerrieben.

Es gibt viele verschiedenen Operationstechniken, wobei jedoch keine 100% zuverlässig ist.

Konventionelle Operationen mit Bandersatz sind nur für kleine und leichte Hunde bis 20 kg zu empfehlen, da es bei schweren Hunden häufig zur Lockerung oder erneutem Zerreißen des Bandersatzes kommt.

Bei der TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy), die auch für größere Hunde geeignet ist, wird der nach hinten geneigte Teil des Schienbeins so gedreht, dass das vordere Kreuzband, dass das Hinabgleiten der Oberschenkelrolle verhindert nicht mehr benötigt wird.

Nach einer OP ist der Hund für 8-12 Wochen an der Leine zu halten. Spaziergänge sollten nur kurz (10-15 min) sein, Springen und Treppen steigen sind zu vermeiden.
Bereits 2 Wochen nach der OP kann mit einer physiotherapeutischen Behandlung begonnen werden.

Ziel der Physiotherapie ist die Schmerzlinderung, der Erhalt und die Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit, der Aufbau der arthrophierten Muskulatur sowie das wieder Einüben von Belastung des geschonten Beins. (Viele Hunde benutzen ihr verletztes Bein auch nach einer Operation nicht mehr, obwohl medizinisch alles in Ordnung ist.)
Zusätzlich kann durch Narbenbehandlung, Lymphdrainage und Laserbehandlung die Wundheilung beschleunigt werden.

Patellaluxation

schematische Darstellung eines KniegelenksDie Patellaluxation ist ein häufig auftretendes Problem vor allem bei Zwerghunderassen.
Die Kniescheibe (Patella) ist in die Endsehne der Streckmuskeln des Knies eingelagert. Bei jeder Beugung und Streckung des Knies gleitet die Patella in der Knochenrinne (Rollfurche) des Unterschenkelknochens zum vorderen Rand des Schienbeins und zurück.

Ursache

Häufig ist die Knochenrinne zu flach, um ein gerades Gleiten der Patella auf ihr zu ermöglichen. Durch Abweichungen in der Knochenachse zwischen Ober- und Unterschenkel stimmt die Zugrichtung der Streckmuskeln nicht mehr. Die Kniescheibe kann so nach innen (medial) oder nach außen (lateral) verrutschen.

Am häufigsten betroffen sind vor allem Zwerghunderassen (75-80%). Bei diesen Hunden findet man häufig O-Beine und eine mediale Patellaluxation.
Mittelgroße Hunde neigen eher zu einer lateralen Patellaluxation, die häufig eine Folge von x-Beinen ist.

Die Patellaluxation der Zwerghunderassen gilt als Erbfehler und führt zum Zuchtausschluss dieser Hunde. Die laterale Patellaluxation größerer Hunde wird häufig durch zu schnelles Wachstum und dadurch bedingter Fehlbildung des Kniegelenks verursacht.

Symptome

Luxiert die Patella nur sehr kurz und gleitet danach sofort wieder zurück, hüpft der Hund nur kurz für 1-2 Sekunden auf drei Beinen, um dann wieder normal weiter zu laufen (Hopsalauf).
Je nach Schweregrad der Patellaluxation (Häufigkeit der Verlagerung, eigenständiges Zurückgleiten oder längeres und dauerhaftes Verbleiben in dieser Stellung) zeigt der Hund Lahmheit, Laufen mit eingeknicktem Bein oder Hochhalten des Beins.
Mit der Zeit führt die wiederholte Luxation zu Gelenkentzündungen und Knorpelschäden.

Diagnose

Da durch Röntgenbilder keine zuverlässige Diagnose möglich ist, bleibt die klinische Untersuchung für die Beurteilung in die Schweregrade 1-4.
Neben der Oberschenkelmuskulatur und der Stellung der Hintergliedmaßen wird die korrekte Lage der Kniescheibe sowie Druckschmerz der Patella geprüft. Die Untersuchung sollte ohne Narkose und bei intakten Hündinnen außerhalb des Östrus erfolgen, da beides zu einer schlechteren Beurteilung (aufgrund herabgesetzter Muskelspannung und Erschlaffung des Bindegewebes) führt.

Therapie

Patellaluxationen des Grades 2-4 müssen operiert werden.
Anhängig von den Ursachen der Patellaluxation kommen verschiedene Operationstechniken in Frage:

  • Verlegung des Ansatzes des Kniescheibenbandes
  • Vertiefung der Rollfurche
  • Raffung der seitlichen Kniescheibenbänder

Bei Patellaluxationen des 1. Grades muss keine Operation erfolgen.

Mit Hilfe der Physiotherapie kann die Muskulatur des Knie aufgebaut werden und so der Patella zusätzlichen Halt geben.
Nach einer Operation können Lymphdrainage, Laserbehandlung sowie eine Narbenbehandlung zur Beschleunigung der Wundheilung und Verkürzung der Rekonvaleszenz angezeigt sein.
Durch Massage können Schmerzen der überlasteten Strukturen gelindert werden.
Nach der Wundheilung ist das Unterwasserlaufband für einen gelenkschonenden Muskelaufbau zu empfehlen.

Athritis

Die Arthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke. Man unterscheidet zwischen der bakteriellen und der sterilen Arthritis.

Bakterielle, eitrige Arthritis

Ursache der Arthritis sind Bakterien, die durch Verletzungen direkt in den Gelenkinnenraum gelangen. Dies kann entweder durch ein offenes Trauma oder durch eine Operation am Gelenk geschehen. Aber auch eine Borreliose kann über den Blutweg eine Arthritis verursachen.

Sterile Arthritis

Durch Traumen (z.B. eine Verrenkung, Quetschung oder Verstauchung) entsteht im Inneren der Gelenkkapsel eine Entzündung. Die Gelenkkapsel wird gedehnt. In Folge wird das Gelenk dick.
Durch die Entzündung verändert sich die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit (Synovia). Sie verliert ihre Schmierfähigkeit und kann den Knorpel so nicht mehr vor Abnutzung schützen. Die Kochen reiben im Gelenk aufeinander, was zu einer Arthrose führen kann.

Symptome

Im Gegensatz zur Arthrose, bei der es sich um einen Gelenkverschleiß handelt, weist eine Arthritis alle Zeichen einer Entzündung auf:

  • Rötung
  • Schmerzen
  • Erwärmung des Gelenks
  • Schwellung
  • Bewegungseinschränkung

Der Hund lahmt. Auch Fieber und Apathie sind möglich.

Diagnose

Der Gelenkerguss ist im Bereich des Knies und des Ellbogens tastbar.
Bei einer Blutuntersuchung sind Entzündungswerte erhöht.
Bei Verdacht auf eine bakterielle Arthritis sind die Keime durch Gelenkpunktion nachweisbar.

Therapie

Neben einem strikten Leinenzwang zur Schonung des Gelenks, werden Antibiotika, entzündungs- und schmerzstillende Medikamente vom Tierarzt verordnet.
Cortisonpräparate sind bei einer bakteriellen Arthritis contrainduziert.
Unterstützend kann die Entzündung mit kühlenden Wickeln und kalten Umschlägen behandelt werden.